Die Bismarck schwieriger machte. Einer der Gru?nde dafu?r war

Die Geschichte der mittelgroßen Stadt Saverne oder im Deutschen auch Zabern genannt, mit
rund 12.000 Einwohnern im De?partement Bas-Rhin der Region Grand Est, hatte eine eher
turbulente Geschichte hinter sich. Bis heute sind noch die Reste von ro?mischen Mauern,
mittelalterlichen Stadtmauern und Kirchen romanischen Kreuzgang zu finden, was die Stadt als
Attraktion sehr bekannt macht. Heute glaubt man es kaum, dass die jetzige ruhige Stadt, die mit
vielen Ruinen von verschiedenen Epochen umgeben ist, damals im 20. Jahrhundert das starke
deutsche Kaiserreich in seine letzte große Krise vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs brachte.

Obwohl zwischen der Franzo?sischen Republik und dem Deutschen Reich am 10. Mai 1871 in
Frankfurt am Main Frieden geschlossen wurde, was auch formell den Deutsch – Franzo?sischen
Krieg beendete, gab es noch ein ungelo?stes Problem. Dieses Problem war die U?bergabe Elsass-
Lothringens an das neu gegru?ndete Deutsche Kaiserreich. Die Bewohner der neuen Provinz
sollten als gleichwertige Mitglieder in das Deutsche Reich integriert werden dabei gab es viele
kulturelle und religio?se Traditionen der Provinz, die nicht mit dem Mutterland u?bereinstimmte
und die Aktion fu?r Bismarck schwieriger machte. Einer der Gru?nde dafu?r war das große
Misstrauen zwischen der katholischen Bevo?lkerung der neuen Provinz gegenu?ber dem
mehrheitlich protestantischen deutschen Kaiserreich. Außerdem empfanden die Deutschen keine
„Reichstreue” in den Bewohnern Elsass-Lothringens, weil es keinen rechtma?ßigen fu?rstlichen
Landesherren gab und auch dadurch, dass die Provinz vor kurzem den Franzosen gegenu?ber treu
ergeben war.

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Nachdem die Eingliederung des franzo?sischen Gebiets in das Deutsche Reich als preußische
Provinz, als Teil eines deutschen Bundesstaates oder als eigensta?ndiger Bundesstaat verworfen
worden war, nahm Elsass-Lothringen durch das Vereinigungsgesetz (9. Juni 1871) eine
Zwischenstellung als „Reichland.” Obwohl der Name „Elsass-Lothringen” die Vereinbarung der
beiden Gebiete Elsass und Lothringen vorschlug, hatten die beiden nie zuvor etwas miteinander
zu tun.

Von wirtschaftlicher U?berlegungen her spielte Elsass eine wichtige Rolle als „westeuropa?ischen
Verkehrsnetz” und war fu?r das deutsche Kaiserreich sehr attraktiv da es verschiedene
Bodenscha?tze besaß und daher die Industrialisierung fortschreiten konnte. Diese Landesteile
wurden auch als „milita?risches Bollwerk” gegenu?ber eventuelle franzo?sischen
Revanchebestrebungen angesehen und dementsprechend mit milita?rischen Kra?ften ausgestattet.

Frankreich gegenu?ber kam die Annexion nicht sehr positiv entgegen und sorget fu?r „nationale
Entru?stung.” Der Schmerz und den verletzten Stolz Frankreichs ist offentsichtlich, denn dieses
Ereignis sich in der Kunstwelt auch wiederspiegelt. (Siehe Bild 1) Obwohl viele Elsa?sser und
Lothringer ihre Heimat verließen, machte dieses den vielen Deutschen Einwanderern nichts aus.
Die meisten der Einwanderer ins neue „Reichsland” waren Beamte und Milita?rs Personal. Im
Jahre 1875 war die Einwanderungsquote rund fu?nf Prozent, in 1890 etwa zehn und 1910 rund 15
Prozent der Gesamtbevo?lkerung.

2. Die Zabern Affa?re (Grundinfo)

Am 28. Oktober 1913 kommt es zu einem Zwischenfall die als ‘letzte große Krise vor dem
Beginn des Ersten Weltkriegs,” bezeichnet wird na?mlich – Die Zabern Affa?re. Wa?hrend einer
ta?glichen Drille des Infanterieregiment auf dem Kasernenhof, ermahnt der 20-ja?hrige Leutnant
Gu?nter Freiherr von Forstner (1893-1915) in der Stadt Zabern, die Rekruten, dass sie allem Streit
mit Zivilisten aus dem Weg gehen sollen. Die Problematik startet, als der Leutnant bespricht,
dass wenn die Rekruten doch irgendwie angegriffen werden, sie ihre Seitengewehre zu Hilfe
nehmen mu?ssen. Die Aussage hieß: „Und wenn Sie dabei so einen „Wackes” u?ber den Haufen
stechen, so schadet es nichts. Sie bekommen von mir dann noch zehn Mark Belohnung.”

Das Wort „Wackes” ist nach elsa?ssischer Vokabel her ein Schimpfwort mit der Bedeutung,
„Strolch”, ‘Taugenichts” oder „Faulenzer.” Nach Regeln her ist es fu?r preußischen Offizieren
verboten diesen Ausdruck gegenu?ber der einheimischen Bevo?lkerung zu benutzen.

Einige einheimische Rekruten, die sich durch die Aussage des Rekruten verletzt fu?hlen,
informieren die Presse, die nach einer Woche, am 6. November in der „Zaberner
Anzeiger” einen Bericht vero?ffentlichen. Dieses lo?st sofort einen Aufstand aus, was spa?ter auch
zu Demonstrationen fu?hrt. Die Einwohner fangen an auf franzo?sische Aussagen wie „Vive la
France!” und „Merde la Prusse!” was nach preußischen Gesetze her, unerlaubt war, ihren Wut
gegenu?ber das deutsche Kaiserreich zu zeigen. Als die Situation immer kritischer wurde, goss
der Leutnant mehr O?l ins Feuer als er „Auf die franzo?sische Fahne ko?nnt ihr scheißen!” durch
die Menge ruft.

Die Bevo?lkerung protestierte in den na?chsten Tagen gegen diese Behandlung durch das
preußische Milita?r. Der elsass-lothringische Statthalter Karl von Wendel legte dem
Regimentskommandeur Ernst von Reuter sowie dem Kommandierenden General Berthold von
Deimling die Versetzung des Leutnants nahe. Leutnant von Forstner wurde aber nur zu sechs
Tagen Hausarrest verurteilt, denn aus Sicht des Milita?rs, eine Versetzung mit der Ehre und dem
Ansehen der Armee nicht vereinbar war. Der Vorfall wurde von der amtlichen Stellungnahme
der Beho?rden heruntergespielt und integrierte „Wackes” als allgemeine Bezeichnung fu?r
streitsu?chtige Personen. Elf Tage spa?ter wurden zehn Zivilisten verhaftet wegen dem Vorwurf
geheimhaltungspflichtige Tatsache u?ber die Zabern-Affa?re der Presse gemeldet zu haben.

Der Ho?hepunkt der Proteste wurde am Abend des 28. November erreicht, als ein General namens
Deimling das Vorgehen der lokalen Einheiten statuiert und „Mars regiert die Stunde!” ruft. Diese
Ausrufung kann als Symbol fu?r Ungleichheit von Milita?r und ziviler Macht angesehen werden.
Mit dem letzten Ereignis am 2. Dezember wo einige Soldaten, unter dem Kommando von
Leutnant Forstners, eine Gruppe von Arbeitern trafen und einen gehbehinderten 19-ja?hrigen
Schustergesellen inhaftierte, eskalierte die Situation extrem. Dieser junge Mann wurde am Kopf
verletzt was dazu sorgte, dass der Reichstag am Tag danach zusammenkam und die Situation
besprachen. In einem parlamentarisch regierten Staate ha?tte es zum Ru?cktritt der Regierung
gefu?hrt, denn eine u?berwa?ltigende Mehrheit der Parlamentarier das Misstrauen des
Kriegsministers zustimmte. Im kaiserlichen Deutschland jedoch ist der Reichskanzler nicht von
der Zustimmung des Parlaments, sondern vom Kaiser abha?ngig.

Letztendlich kommen die

Vorga?nge vors Kriegsgericht, wo Oberst von Reuter und Leutnant von Forstner freigesprochen

wird.

3. Die Auswirkung auf die Gesellschaft (Folgen)

Die Gerichtsverhandlung vom 5. bis 10. Januar 1914 vor dem Kriegsgericht sprach die beiden
Hauptverantwortlichen Oberst von Reuter und Leutnant Schadt vom Vorwurf frei. Dabei
entschuldigte sich das Gericht zwar fu?r die U?bergriffe der Soldaten, gab den Schuld aber
den Zivilbeho?rden zu, deren Aufgabe es gewesen wa?re, fu?r Ordnung zu sorgen.

Viele liberale Bu?rger, die den Prozess verfolgt hatten, waren u?ber die Gerichtsverhandlung
entta?uscht, aber das Milita?r war u?berglu?cklich, denn die Unantastbarkeit des Kaiserreichs
besta?tigt wurde, was ermo?glichte sie als starker und selbstbewusster Sieger, die Bu?hne zu
verlassen. Auch Wilhelm II. war erfreut und verlieh von Reuter einen Orden.

Am 14. Januar wurde vom Reichstag noch einen Ausschuss angeboten,
der die Rechte des Milita?rs gegenu?ber derjZivilisten gesetzlich regeln sollte. Zwei Antra?ge
wurden vom Politiker, Ernst Bassermann und Martin Spahn angeboten was mehrheitlich gebilligt
wurde.jDas Ergebnis, die „Vorschrift u?ber den Waffengebrauch des Milita?rs und seiner
Mitwirkung zur Unterdru?ckung innerer Unruhen”, erließ der Kaiser am 19. Ma?rz. Dieses Gesetz
untersagte es der preußischen Armee, eigenma?chtig in dendzivilen Beho?rden einzuschreiten.
Dafu?r muss ein Truppeneinsatz vorher von der Zivilgewalt angefordert werden.

Die Auswirkung die das deutsche Milita?r feierte, sorgte dafu?r, dass die Bevo?lkerung von Elsass-
Lothringen gegenu?ber der Willku?r des deutschen Milita?rs schutzloser fu?hlte. Deshalb a?ußerte das
Parlament von Elsass-Lothringen sich gegenu?ber den Vorfa?llen am 14. Januar in einer
Resolution. Wa?hrend sie das Verhalten der Zivilbeho?rde verteidigte, verurteilten sie die Aktion
des Milita?rs sowie denfFreispruch des Regimentskommandeurs von Reuter. Am 26. Februar
wurde die Liga zur Verteidigung Elsass-Lothringens gegru?ndet.

Durch die Zabern-Affa?re kam es auch zu personellen Vera?nderungen, die
die beiden wichtigsten zivilen Positionen in Elsass-Lothringen neu besetzten.
Am 31. Januar wurde der Staatssekreta?r Elsass -Lothringens, Hugo Freiherr Zorn von Bulach,
durch den Potsdamer Oberpra?sidialrat Siegfried Graf von Roedern ersetzt.
Der Reichsstatthalter Karl Graf von Wedel wurde am 18. April durch den preußischen
Innenminister Johann von Dallwitz gewechselt, der letztendlichen Verfassung ablehnte,
die man dem Reichsland 1911 gewa?hrt hatte.

Die Badische Zeitung besagt, dass das einzige materielle Ergebnis dieser Affa?re in der

Kodifizierung und Spezifizierung der Dienstvorschrift fu?r den Waffengebrauch des Milita?rs

bestand, die in revidierter Form noch vor dem Kriegsbeginn 1914 erschien.